Bei Immobilienkrediten nichts überstürzen
Eine Immobilienfinanzierung können Bauherren oder Käufer bei den Kreditinstituten, Bausparkassen oder Versicherungen anfragen. Es gibt auch viele Finanzierungsberater, die völlig unabhängig am Markt sind und für den Finanzierungskunden das beste Angebot aus einer Vielzahl an Finanzierungspartnern heraussuchen können. Dabei werden dem Kunden unterschiedliche Finanzierungskonzepte angeboten, aus denen der Kunde das Angebot wählen sollte, welches seine persönliche Situation im Moment und in der Zukunft am besten berücksichtigt. Eine Immobilienfinanzierung ist eine Entscheidung für die nächsten Jahrzehnte, deshalb sollte sie auf den Kunden zugeschnitten sein.
Die meisten Kunden sehen in erster Linie auf den Zinssatz und die zu zahlende monatliche Rate. Das sind sicher auch wesentliche Punkte, denn natürlich möchte der Kunde eine günstige Finanzierung mit einer monatlichen Rate, die er nachhaltig bezahlen kann. Die günstigste Rate beinhaltet aber nur eine Tilgung von einem Prozent, eine geringere Tilgung ist nicht möglich, was bedeutet, dass bei einer Zinsbindung von zehn Jahren dann immer noch ein Darlehen in Höhe von etwa siebenundachtzig Prozent der ursprünglichen Summe besteht. Dieser Betrag muss nach den zehn Jahren mit einem neuen Zinssatz versehen werden, der zum Zeitpunkt der Finanzierung noch nicht bekannt ist. Unter Umständen ergibt sich dann ein höherer monatlicher Kapitaldienst, obwohl sich der Kreditbetrag verringert hat. Wenn also möglich, sollte die Finanzierung einen höheren Tilgungssatz als ein Prozent enthalten, zumindest sollte aber die Möglichkeit einer Sondertilgung pro Jahr bestehen. Das ist bei den meisten Kreditinstituten mit einem Prozentsatz von fünf bis zehn Prozent der ursprünglichen Darlehnssumme möglich. Einige Kreditinstitute bieten auch eine kostenlose mehrmalige Veränderung der normalen Tilgung während der Zinsbindungszeit an.
Anstatt ein Darlehen direkt zu tilgen, kann der Kreditnehmer auch einen Tilgungsersatz abschließen. Der besteht in der Ansparung eines Bausparvertrages, einer Kapitallebensversicherung oder eines Investmentfonds. Die Ansparung beziehungsweise die monatlichen Beiträge müssen mindestens ein Prozent der Kreditsumme betragen. Das Darlehen wird also nicht sofort getilgt, sondern bei Zuteilung des Bausparkontos oder Fälligkeit der Lebensversicherung in einer Summe abgelöst. Der Vorteil bei einem Bausparkonto besteht in der Sicherheit, denn bei Abschluss eines Bausparvertrages werden dem Bausparer Eigenschaften zugesichert, die während der kompletten Laufzeit erhalten bleiben. Dabei ist besonders der günstige Zinssatz für das Bauspardarlehen interessant, denn dann weiß der Kunde, wie er bis zur kompletten Rückzahlung mit welcher Rate weiterfinanzieren kann.
Beachten sollte der Finanzierungsinteressent auch die Kosten und Gebühren im Angebot. Neben einer Kontoführungsgebühr fallen bei einigen Kreditinstituten auch Bearbeitungs- und Wertermittlungsgebühren an. Auch für den Tilgungsersatz muss der Finanzierungskunde mit Abschlusskosten rechnen.







